Nachlese: ECORailS - Rechtssicherheit und Energieeffizienz bei Ausschreibungen im Schienenpersonennahverkehr

19. Juli 2010

Das vom TSB-FAV koordinierte EU-Projekt ECORailS zielt unter anderem auf die Einführung von Umweltkriterien für den Schienenpersonennahverkehr. Bei einem Stakeholder Forum am 24. Juni 2010 in Brüssel wurden, gerichtet an die Europäische Kommission, Bedürfnisse für rechtssichere und umweltgerechte Ausschreibungen im Schienenpersonennahverkehr und eine Vorstellung des ECORailS Test-Leitfadens formuliert.

Thomas Meissner moderierte die Podiumsdiskussion mit Maria Krautzberger, Staatssekretärin im Senat für Stadtentwicklung, Brigitte Ollier, Direktorin des UITP-EuroTeams, und Matthias Pippert von der Allianz pro Schiene. Foto: TSB-FAV.

Thomas Meissner moderierte die Podiumsdiskussion mit Maria Krautzberger, Staatssekretärin im Senat für Stadtentwicklung, Brigitte Ollier, Direktorin des UITP-EuroTeams, und Matthias Pippert von der Allianz pro Schiene. Foto: TSB-FAV.

Eines der Kernziele des Projekts ECORailS ("Energy efficiency and environmental criteria in the awarding of regional rail transport vehicles and services") ist die Erreichung einer systemweiten Reduzierung sowohl des Energieverbrauchs also auch der CO2 Emissionen im regionalen Bahnverkehr um 15 Prozent bis 2020.

Das Projekt erarbeitet einen Leitfaden als Entscheidungsunterstützung für die Einbindung von Energieeffizienzverbesserungen, Lärm und Klima-/Abgasreduzierungen in Ausschreibungen durch regionale Aufgabenträger. Zum Leitfaden, der von insgesamt 14 Partnern aus sechs europäischen Ländern erarbeitet wird (Koordinator: TSB-FAV), gehören ein Katalog für energieeffiziente Technologien und operative Maßnahmen, wie auch rechtssichere Textmodule für energieeffiziente und umweltfreundliche Ausschreibungen und Beschaffungen von Passagierverkehren.

Der Leitfaden wird in vier Regionen getestet (Berlin-Brandenburg, Öresund, Lombardei, Timisoara), die beispielhaft für die verschiedenen Ausgangssituationen in des Schienenpersonennahverkehrs in der Europäischen Union stehen. Insgesamt 50 Zielgruppen- und Schlüsselakteure (Aufgabenträger, Bahnbetreiber, Infrastrukturbetreiber, Zulieferer) identifizieren die verschiedenen Anforderungen, Bedürfnisse und Erwartungen an umweltgerechte Ausschreibungen. Darunter befinden sich verschiedene nationale und regionale Ministerien sowie internationale Verbände wie die UIC (International Union of Railways), UITP (International Association of Public Transport) und die CER (Community of European Railway and Infrastructure Companies). Des Weiteren haben die Akteure die Rolle eines „Resonanzkörpers“, die dem Projektteam Empfehlungen zu den Projektergebnissen und der europaweiten Anwendbarkeit des Leitfadens geben.

Am 24. Juni 2010 trafen sich über 30 Stakeholder und Vertreter der Europäischen Kommission zu einem gemeinsamen Forum in Brüssel. In der Veranstaltung, die durch die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, TSB-FAV und Allianz pro Schiene in der Berliner Landesvertretung in Brüssel organisiert wurde, diskutierten die Teilnehmer die aktuellen und zukünftigen Anforderungen an effektive und rechtssichere Ausschreibungen mit anspruchsvollen Energie- und Umweltanforderungen auf dem europäischen Markt.

In Vorträgen und einer Podiumsdiskussion formulierten Maria Krautzberger, Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Olav Luyckx, zuständiger Project Officer für ECORailS bei der Executive Agency for Competitiveness & Innovation, Brigitte Ollier, Direktorin des UITP-EuroTeams, Thomas Meißner, Leiter des TSB-FAV, und Matthias Pippert, Allianz pro Schiene, verantwortlich für die Erarbeitung des Leitfadens, die unterschiedlichen Bedürfnisse der regionalen Akteure an die europäische Ebene. Das Panel stimmte über die Notwendigkeit überein, zukunftsgerichtete Technologien und operative Maßnahmen in den Schienenpersonennahverkehr zu demonstrieren und einzuführen. Insbesondere die Modernisierung von aktuellen Flotten wurde diskutiert, da diese häufig ein Hindernis für verbesserte Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit sind.

Des Weiteren präsentierte Matthias Pippert die Test-Version des ECORailS Leitfadens. Dieser Entwurf wird durch die vier Aufgabenträger im Projekt bis Februar 2011 als Pilotanwendung hinsichtlich Anwendbarkeit in Ausschreibungsprozessen und der Erreichbarkeit der Energieeffizienz- und CO<sub>2</sub>-Minderungsziele getestet. Dazu präsentierten die jeweiligen Verantwortlichen für die Anwendungen den aktuellen Stand der seit März 2010 laufenden Tests sowie erste Ergebnisse.

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