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Förderung von Forschungs- und Technologietransfer
Nachlese: Workshop zum Thema Forschungs- und Technologietransfer in den neuen Steuerungsmodellen zur Hochschulfinanzierung am 17. April
Ein funktionierender Wissens- und Technologietransfer bildet die Grundlage der Innovationsfähigkeit wissensbasierter Ökonomien. Er kann nur dort funktionieren, wo einerseits neues Wissen produziert wird und andererseits Unternehmen dieses Wissen als Quelle ihrer Innovationsprozesse nutzen. Damit neues Wissen aus der Wissenschaft in die Wirtschaft kommt, werden klassische Instrumente wie Programmförderung oder die Förderung von Institutionen eingesetzt. Darüber hinaus stehen den Ländern als neue Steuerungsinstrumente die Leistungsorientierten Mittelverteilungsmodelle (LOM) und Zielvereinbarungen zur Verfügung, um den Transfer aus Hochschulen zu fördern.
Wie können diese neuen Instrumente optimal zur Förderung von Forschungs- und Technologietransfer eingesetzt werden? Wie ist deren Transferwirkung im Vergleich zu anderen Förderinstrumenten einzuschätzen? Diese Fragestellungen diskutierten mehr als 50 Experten aus Hochschulen und Ministerien, Transferpraktiker und Hochschulforscher im Rahmen der gemeinsamen Workshopveranstaltung der TSB Technologiestiftung Berlin (TSB) und dem Institut für Hochschulforschung (HoF) am 17. April 2012 in Wittenberg.
Gunter Quaisser (HoF) präsentierte einen Bundesländervergleich zur Technologieförderung. Bislang wird Transfer in allen Bundesländern vor allem durch eine Vielzahl von Förderprogrammen und Institutionen unterstützt. Dagegen werden Zielvereinbarungen und Leistungsorientierte Mittelverteilung in den Bereichen Hochschulforschung und -lehre eingesetzt und dies mit deutlicher Steuerungswirkung. Zur Unterstützung des Transfers aus Hochschulen in die Wirtschaft spielen diese Instrumente bislang jedoch kaum eine Rolle, wie die Zahl der transferrelevanten Indikatoren sowie die prozentualen Anteile der entsprechend verteilten Finanzmittel belegen. Auch in den vorgestellten Beispielen aus der Transferpraxis wurde die aktuell große Bedeutung von Förderprogrammen und Netzwerkarbeit deutlich. So formulierte etwa Dr. Adolf M. Kopp, Geschäftsführer der TSB, in seinem Vortrag zur Netzwerkarbeit in Berlin und Brandenburg: „Transfer fördern heißt Klinkenputzen“.
Ergänzend zu diesen empirischen Befunden zeigten Michael Jaeger und Susanne in der Smitten (HiS), dass Leistungsorientierte Mittelverteilung zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft nur dann geeignet ist, wenn Transferleistungen genau messbar sind. Christian Schneijderberg und Nicolas Winterhager (INCHER) zeigten in einem internationalen Vergleich, dass in Deutschland bereits relativ gute Bedingungen für den Transfer herrschen, das Engagement der Hochschulen für den Transfer nach wie entscheidend von persönlichem Interesse der Professorinnen und Professoren und vorhandenen Netzwerken abhängen. Zusammenfassend stellt sich daher die Frage, wie Zielvereinbarungen und Leistungsorientierte Mittelverteilung so weiterzuentwickeln sind, dass sie Forscherinnen und Forscher an Hochschulen zu einer stärkeren Zusammenarbeit mit Unternehmen motivieren können. Die bessere Messbarkeit der Transferleistungen sowie ein ausreichend hoher Anteil von Finanzmitteln, die transferrelevant verteilt werden, sind hier die zentralen Ansatzpunkte.
Der Workshop war Teil eines im Programm „Wissenschaftsökonomie“ vom BMBF geförderten Projektes, in dem die TSB Technologiestiftung Berlin und das Institut für Hochschulforschung an der Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg gemeinsam die Hochschulsteuerung der Länder in Bezug auf den Technologietransfer untersuchen. Auf Basis der Ergebnisse werden praxisorientierte Handlungsempfehlungen zur Optimierung der Transferinstrumente formuliert. Die Präsentationen des Workshops können hier abgerufen werden.
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