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Erfolgreicher Abschluss des Projekts „BeMobility“
Elektromobilität, Mietfahrzeuge und öffentlicher Verkehr, das schienen vor zwei Jahren noch Themen zu sein, die nicht zusammenpassen. Heute, nach dem erfolgreichen Abschluss des Projektes „BeMobility“ zeigt sich, wie sinnvoll ihre Vernetzung ist.
„BeMobility“ ist ein Teil der regionalen Förderung von Elektromobilität durch das BMVBS in der Modellregion Berlin-Potsdam. Beteiligte Unternehmen waren die Unternehmen der Energiewirtschaft RWE, Vattenfall und DB Energie sowie das Solarunternehmen Solon, der Automobilzulieferer Bosch, Toyota, der Parkhausbetreiber Contipark und DB BahnPark, der Informationsdienstleister HaCon und das DAI-Labor der TU Berlin. Weiterhin waren sowohl der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg als auch die Deutsche Bahn mit ihren Tochterunternehmen S Bahn Berlin sowie DB Fuhrpark und die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) Projektpartner. Assoziierte Partner waren zudem die London School of Economics and Political Science, die GASAG, Schneider Electric, die Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg, der TÜV Hessen sowie das Reiner Lemoine Institut. Der Konsortialführer war die Deutsche Bahn AG. Wissenschaftlich begleitet und koordiniert wurde „BeMobility“ durch das Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ).
Das bundesweit erste Projekt für die Verbindung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) mit Elektromobilen war im Dezember 2009 gestartet. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) hatte im Rahmen des Förderprogramms „Modelregionen Elektromobilität“ grünes Licht für ein entsprechendes gemeinsames Vorhaben der Partner gegeben. „BeMobility“ war eines der Projekte in der Modellregion Berlin-Potsdam, die auf Bundesebene von der NOW GmbH und regional durch die TSB Innovationsagentur Berlin GmbH, sowie die Berliner Agentur für Elektromobilität (eMO) koordiniert wurden. Dabei wurde bewusst Berlin als Versuchsfeld gewählt, denn die Hauptstadt verfügt über eine im Bundesdurchschnitt bemerkenswert geringe Autodichte und eine sehr gute Vernetzung in der Verkehrsinfrastruktur.
Mit „BeMobility-Berlin elektroMobil“ eröffnete sich für diese Region die Chance, Elektroautos frühzeitig und finanzierbar auf die Straße zu bringen. Im urbanen Umfeld, unter Einbezug des öffentlichen Verkehrs liegen die Vorteile von Elektrofahrzeuge auf der Hand. Sie leisten einen Beitrag zur Senkung der CO2 - Emissionen, die Lärmbelastung wird vermindert und durch die Senkung der Schadstoffemissionen erhöht sich die Lebensqualität insbesondere in Städten. Angeboten in einem Auto-Verleihsystem wie Flinkster, dem Carsharing-Angebot der Deutschen Bahn, sind sie der Weg zur stadtverträglichen Neuentdeckung des Systems Auto als Teil des öffentlichen Verkehrs.
In den vergangenen zwei Jahren wurden diese Zukunftstrends nun intensiv erprobt und wissenschaftlich begleitet. Im Projektzeitraum legten die Elektro- und Hybridfahrzeuge der Flinkster-Flotte knapp 200.000 Kilometer zurück und wurden fast 3.000 Mal gebucht. Der Ansatz, Elektrofahrzeuge als Leihfahrzeuge in das öffentliche Verkehrssystem zu integrieren, hat sich bewährt. Die oft als Nutzungshürde angenommene Reichweitengrenze erwies sich unter Einbeziehung von Bus, Bahn und Leihrad als unproblematisch. Mit der „Mobilitätskarte Berlin elektroMobil“ bestand im Sommer 2011 erstmals die Möglichkeit, den Berliner Nahverkehr, „Flinkster – Mein Carsharing“ (inkl. Elektroautos) und die Leihräder von Stadtrad Berlin mit einem gemeinsamen Ticket für drei Monate zu testen. Ebenfalls kostenfrei konnte das Auskunftssystem „BeMobility Suite“ für Android und iPhones erprobt werden, das die Fahrzeugsuche und den Umstieg zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln erleichtert.
Eine vorläufige Bilanz zieht die Abschlusskonferenz, die am 08. Dezember 2011 in der „Plattform elektroMobilität“ auf dem EUREF-Campus in Berlin Schöneberg stattfand. Auf der Konferenz wurden die Forschungsergebnisse und die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten auf dem Gebiet der Elektromobilität gemeinsam mit den Projektpartnern präsentiert.
Mit dem neuen Projekt „Berlin elektromobil 2.0“ geht der Feldversuch nun in die nächste Runde. Zusätzlich zur Integration in das öffentliche Verkehrs-, Entleih- und Auskunftssystem steht nun die Netzintegration an zentraler Stelle. Auf dem EUREF-Campus wurde zu diesem Zweck bereits mit dem Aufbau eines sogenannten „Micro-Smart-Grid“ begonnen, einem intelligenten Stromnetz, in dem die Akkus der Elektroautos Teil des Lastmanagements werden. Wie schon bei „BeMobility“ kommt der Strom weiterhin aus nachhaltigen Quellen und wird ergänzend mittels Kleinwindanlagen und Solaranlagen teilweise lokal und regenerativ erzeugt. Mit Kooperationen bis nach Spanien und China setzt „Berlin elektromobil 2.0“ nun auch international Zeichen für die Energie- und Verkehrswende.
Die „Plattform für elektro-Mobilität“, die durch das InnoZ betrieben wird, ist in den vergangenen zwei Jahren zu einer der ersten Adressen bei dem Thema Berliner Elektromobilität geworden. Sie verfügt über eine Carsharing-Station und verschiedene Ladesäulen, u.a. eine Schnellladesäule von RWE, einen Solarmover der Firma Solon und eine Lösung für Parken und Laden von Energieparken. Nutzertests, Fachkonferenzen sowie Test- und Informationsmöglichkeiten für Besuchergruppen runden das Bild ab.
Beim bahneigenen Anbieter „DB Flinkster – Mein Carsharing“ können rund 100 Elektrofahrzeuge verschiedener Fahrzeughersteller unter anderem in Frankfurt am Main, Hamburg, Saarbrücken und Darmstadt gebucht werden. Weitere Städte werden folgen. In Berlin sind rund 50 Elektrofahrzeuge im Einsatz, die, neben dem EUREF-Campus an zahlreichen öffentlichen Verkehrsknotenpunkten der Stadt zur Verfügung stehen. Im Berliner Stadtteil Prenzlauer-Berg bestehen seit diesem Jahr ebenfalls mehrere Entleihstationen.
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