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Berlin-Brandenburg strebt Schaufenster für Elektromobilität an
Nach intensiven Vorbereitungen haben die Länder Berlin und Brandenburg am 16. Januar 2012 einen gemeinsamen Antrag für ein Schaufenster Elektromobilität bei der Bundesregierung eingereicht.

Neben den beiden Landesregierungen unterstützen mehr als 250 Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie Verbände und öffentliche Einrichtungen die Schaufensterbewerbung der Hauptstadtregion. Die Koordination der Antragstellung oblag der eMO Berliner Agentur für Elektromobilität, die von der Berliner Partner GmbH (Federführung) und der TSB Innovationsagentur Berlin GmbH getragen wird.
Allein die 35 sogenannten „Kernprojekte“ des Schaufensterkonzeptes umfassen ein Ge-samtvolumen von 165 Mio. €, davon 75 Mio. € Mittel privater Unternehmen. Neun der zehn weltweit größten Automobilhersteller sind ebenso dabei wie große Energieversorger (z. B. Vattenfall), Autozulieferer, Unternehmen der Energietechnik (z. B. Siemens), Mobilitäts- und Logistikanbieter (z. B. Deutsche Bahn, BVG, DHL). Erfreulicherweise engagieren sich aber auch mehr als 80 kleine und mittlere Unternehmen im Schaufensterkonzept. Das Land Berlin unterstützt mit bis zu 25 Mio. €.
Leitgedanke des Schaufensterkonzeptes ist die Integration von Verkehrs- und Energiesystem über die Fahrzeugtechnik. Damit wird deutlich vor Augen geführt, dass Elektromobilität weit mehr ist als der Ersatz des Verbrennungsmotors durch elektrische Antriebe. Vielmehr bestehen intensive Interaktionen zwischen der Einführung elektrischer Fahrzeuge und dafür geeigneten neuen Mobilitätsangeboten. Zudem sind ganz neue energiewirtschaftliche Fragestellungen zu behandeln und die Beiträge herauszuarbeiten, die elektrifizierter Verkehr für eine zukunftsgerichtete Stadt- und Regionalentwicklung leisten kann. Während andere For-schungsprogramme die Entwicklung neuer Technologien für Energiespeicher, elektrische Antriebe und IKT-Vernetzung unterstützen, zielt das Schaufensterprogramm auf Integration und Praxiserprobung mit zügig wachsenden Fahrzeugzahlen. Das Berlin-Brandenburger Schaufenster setzt sich zum Ziel, bis zum Jahr 2015 rund 3.800 elektrische Pkw auf die Straße zu bringen – das sind mehr, als derzeit in ganz Deutschland zugelassen sind. Der öffentliche Fuhrpark des Landes Berlin soll mit 200 E-Fahrzeugen überproportional beteiligt sein. Über 3.400 neue Ladepunkte, vor allem in Berlin, sind geplant, um rasch wachsende Fahrzeugzahlen mit Strom zu versorgen. Dieser elektrische Strom muss aus erneuerbaren Quellen stammen und hier liegt der Schwerpunkt des Brandenburger Engagements im Schaufenster als (Groß-)Lieferant von „Grün-Strom“, insbesondere aus Windkraftanlagen.

Das Schaufensterkonzept mit seiner Vielzahl von Projekten baut auf den Erfahrungen auf, die Berlin und Brandenburg bereits in den letzten drei Jahren mit einer beachtlichen Anzahl von Praxisprojekten der Elektromobilität mit einem Gesamtvolumen von über 100 Mio. € sammeln konnte. Hierzu zählt in erster Linie die Modellregion E-Mobilität Berlin-Potsdam mit der TSB in der Funktion der regionalen Koordinationsstelle.
Nach der Einreichung der Bewerbungen beginnt der Auswahlprozess. Voraussichtlich noch im März 2012 wird die Bundesregierung die drei bis fünf Regionen bekannt geben, die im Rahmen des Wettbewerbs als Schaufenster E-Mobilität ausgewählt wurden. Für diese Regionen beginnt dann die Phase der formalen Projektbeantragung im Detail, so dass im Sommer/Herbst 2012 die ersten Vorhaben starten können. Insgesamt hat die Bundesregierung 180 Mio. € Förderung für das Schaufensterprogramm reserviert.
Der Region Berlin-Brandenburg werden gute Chancen beigemessen, im Schaufensterwett-bewerb vorne mit dabei zu sein, denn wichtige Kriterien wie internationale Ausstrahlungskraft, intermodale Vernetzung der Verkehrsträger, integrierte Stadtentwicklungspolitik, kritische Masse von Projektbeteiligten werden hier in besonderem Maße erfüllt.
Ihr Ansprechpartner bei der TSB:
Thomas Meißner
Tel.: 030-46 30 25 61
Fax: 030-46 30 25 88
E-Mail: Meissner@tsb-berlin.de
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